Ehepaar Karl-Heinz und Monika Reinhold
Inzwischen fällt es mir leicht, darüber zu sprechen. Im Bekanntenkreis wissen fast alle, dass ich Erektionsstörungen habe und viele, die auch Probleme haben, fragen mich um Rat. Ich empfehle ihnen dann zum Arzt zu gehen, denn nur er kann helfen. Auf diesen offenen Umgang mit dem Thema bekomme ich viele positive Rückmeldungen. Ich finde es schlimm, dass es heute immer noch ein Tabuthema ist. Deswegen möchte ich anderen Männern Mut machen und ihnen sagen: Ihr müsst euch nicht verstecken!
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Monika Reinhold
Natürlich bekommt man als Frau mit, wenn der Mann Potenzprobleme hat. Ich habe es die ersten Male darauf zurückgeführt, dass wir zum Beispiel lange weg waren und gefeiert hatten. Aber mit der Zeit merkte ich, dass mehr dahinter stecken musste. Karl-Heinz wirkte bedrückt. Er war plötzlich so in sich gekehrt und blockte meine Zärtlichkeiten ab. Als ich den ersten Versuch machte, ihn darauf anzusprechen, reagierte er leicht aggressiv. Da wusste ich, dass ich ihn erst einmal in Ruhe lassen musste.
Ich habe dann an einem Abend schön für uns gekocht, eine Flasche Sekt aufgemacht und einfach eine entspannte Situation geschaffen, in der ich ihn beiseite nehmen konnte. „Du bist jetzt in einem gewissen Alter“, habe ich zu ihm gesagt, „in dem Du damit rechnen musst, dass nicht mehr alles so funktioniert wie früher – vor allem als Diabetiker und mit Deinem Bluthochdruck. Aber das muss ja nicht das Ende der Welt bedeuten.“ Diesmal hörte er mir zu. Ich wollte, dass er zum Arzt geht und habe ihm gesagt, dass ich ja auch nicht gerne zum Gynäkologen gehe, es aber sein muss.



