Mehr Ausdauer für die Potenz
Sport kann Erektionsstörungen vorbeugen und die Therapie unterstützen
Das Jahr 2010 lockte bereits im Februar mit den Olympischen Winterspielen die Massen vor die Bildschirme. Im Sommer folgen weitere sportliche Highlights, wie die Fußball Weltmeisterschaft, das Wimbledon-Tennisturnier sowie die Leichtathletik-EM. "Sich den Sport im Fernsehen anzuschauen – dagegen ist nichts einzuwenden, er sollte jedoch nicht die eigene körperliche Aktivität ersetzen", betont Dr. Volker Moll, Urologe aus Augsburg. "Denn wer sich regelmäßig bewegt, gönnt nicht nur seinem Herz-Kreislauf-System etwas Gutes, Männer tun auch gleichzeitig etwas für ihre Potenz", so Moll weiter.
Zu wenig Bewegung, zu viel fettes Essen und Rauchen führen zu Ablagerungen und damit zu einer Verengung der Blutgefäße. Im Penisschwellkörper sind diese Gefäße besonders feingliedrig – die Erektionsfähigkeit kann bei einem solchen Lebensstil oft in Mitleidenschaft gezogen werden. "Männer können sich leicht merken: Was der Durchblutung schadet, schadet auch dem Penis und der Potenz", bringt es Dr. Moll auf den Punkt.
Sport kann Erektionsstörungen vorbeugen
Erektionsstörungen sind keinesfalls nur ein Thema für ältere Männer. Bereits jeder fünfte Mann über 40 Jahren ist im Laufe seines Lebens davon betroffen. Doch soweit muss es gar nicht erst kommen: Eine österreichische Studie zeigt, dass schon moderater Sport das Risiko für Potenzprobleme senken kann. Dabei genügt es bereits 1.000 Kilokalorien pro Woche durch körperliche Aktivität zu verbrennen. Wer gerne noch mehr Sport treibt, kann bis zu einem Verbrauch von 4.000 Kilokalorien auch sein Risiko für Erektionsstörungen immer weiter senken. Was heißt das in der Praxis? Um pro Woche ca. 1.000 Kalorien zu verbrauchen, müssen etwa 6,5 Kilometer in 15 Minuten mit dem Fahrrad zurückgelegt, 30 Minuten getanzt, etwa 2,5 Kilometer in 15 Minuten gelaufen und für 30-45 Minuten im Garten gearbeitet werden.
Sport kann die Therapie von Erektionsstörungen unterstützen
Zur Therapie von Erektionsstörungen empfehlen Hausärzte oder Urologen nach einer ausführlichen Untersuchung in der Regel so genannte PDE 5-Hemmer. Je nach den Bedürfnissen des Patienten stehen derzeit drei Therapiekonzepte zur Verfügung: Kürzer und länger wirksame Tabletten, die je nach Bedarf eingenommen werden oder die einmal tägliche Therapie mit der länger wirksamen Substanz in niedrigerer Dosierung. PDE 5-Hemmer zeichnen sich durch eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit aus. Dass Männer mit Erektionsstörungen nun auch aktiv diese Therapie unterstützen können, zeigt eine aktuelle Studie aus Italien: Die Teilnehmer, die zusätzlich zur Therapie mit PDE 5-Hemmern drei oder mehr Stunden Sport pro Woche in ihren Alltag integrierten, wiesen bereits nach drei Monaten eine signifikante Verbesserung der Erektionsfähigkeit auf. "Bei Potenzproblemen erfüllt Sport somit nicht nur einen präventiven, sondern als Unterstützung der medikamentösen Therapie auch einen kurativen Zweck", fasst Dr. Moll zusammen.
Tipps aus der Praxis
Erektionsstörungen kann zusätzlich auch durch regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskulatur vorgebeugt oder die Therapie dadurch unterstützt werden. Dabei werden gezielt die Muskeln im Beckenboden angespannt, entspannt und so gekräftigt. "Dieses Training ist für Außenstehende unauffällig. Männer können also auch vor dem Fernseher, während sie mit ihrer Lieblingsmannschaft mitfiebern, etwas für ihre Potenz tun", fügt Dr. Moll mit einem Augenzwinkern hinzu.
Sport ist auch für Reiner Bildmayer und seine Frau Elke Hänle ein wichtiger Faktor im Alltag. "Wir joggen etwa 15 bis 20 Kilometer pro Woche, fahren gelegentlich Fahrrad und arbeiten mit wachsender Begeisterung im Garten", sagt das Paar und fügt hinzu: "Wir benutzen auch ganz bewusst die Treppe, anstelle eines Aufzuges oder einer Rolltreppe, um den ganzen Tag über in Bewegung zu bleiben." Reiner Bildmayer leidet aufgrund einer Prostataoperation an Erektionsstörungen. Er und seine Frau Elke Hänle engagieren sich in der Aufklärungskampagne "Helden der Liebe" von Lilly Deutschland, um dazu beizutragen, dass Erektionsstörungen kein Tabuthema mehr sind.


